Alter jüd. Friedhof – Blomericher Weg

Alter jüd. Friedhof am Blomericher Weg

Alter jüd. Friedhof

Hoch oben im Wald am Blomericher Weg liegt der alte jüdische Friedhof. Der alte Leichenweg, aus Kettwig vor der Brücke kommend, existiert noch heute. Er führt an Schloss Landsberg und an Schloss Hugenpoet vorbei. Über ihn gelangte man ins Ruhrtal. Die Herrschaft Hugenpoet hatte bereits seit dem 18 Jahrhundert Schutzbriefe ausgestellt, die es Juden erlaubte, sich in ihrem Umkreis niederzulassen. Einer der wichtigsten Berufe der Landjuden, die sich hier niederließen, waren der Vieh- und der Lederhandel.

Kettwig (Alter Friedhof), Stadt Ratingen, Kreis Mettmann

(An der Grenze zu Essen. In der Literatur werden auch Zugehörigkeiten zu kleineren Gebietseinheiten wie Breitscheid und Laupendahl erwähnt.)

Adresse: Blomericher Weg, in der Nähe des Blomericher Hofes, Belegungszeit: 1786 – 1886, Grabsteine: 43

Dokumentation:

– 1985 – 1987 durch Michael Brocke (Fotos aller Steine)

Veröffentlichungen:

– Geschichte in Rauchenbichler 1989, S. 97 – 99.

– Geschichte in Brocke 1993b, S. 127 – 131.

– Geschichte in Pracht – Jörns 2000, S. 122, 412.

Bemerkungen: Der Friedhof ist der älteste Begräbnisplatz der jüdischen Gemeinde Kettwig vor der Brücke im Raum Essen. Die Parzelle war stets Eigentum der Familie Fürstenberg auf Schloss Hugenpoet. Quelle: Uni Heidelberg

Auf diesem Friedhof finden keine Bestattungen mehr statt.


Aktueller Hinweis Oktober 2014:

Nach einer sechsjährigen Forschungsarbeit liegt jetzt eine Dokumentation über den jüdischen Friedhof am Blomericher Weg in Ratingen vor.

„Ihr Andenken sei ihnen zum Segen“

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Der jüdische Friedhof in Ratingen am Blomericher Weg und die jüdische Gemeinde Kettwig vor der Brücke. Eine Dokumentation von Hanna Eggerath und Helmut Neunzig

Der jüdische Friedhof am Blomericher Weg gehört seit der Gebietsreform von 1975 zur Stadt Ratingen. Alle Grabsteine, die hier ausführlich dokumentiert, übersetzt und analysiert werden, sind eine Geschichtsquelle ersten Ranges. Darüber hinaus wurde eine Vielzahl von Informationen über die jüdischen Familien aus Kettwig vor der Brücke bis zur Shoah zusammengetragen, die allerdings nicht selten bruchstückhaft bleiben müssen, weil die Vernichtung der Juden auch viele ihrer Lebenspuren vernichtet hat. Dieser Friedhof der ehemaligen jüdischen Gemeinde Kettwig vor der Brücke dokumentiert die kulturelle Vielfalt des Landjudentums in der Region bis zum Beginn der nationalsozialistischen Diktatur im Jahr 1933.

Gebundene Ausgabe: 336 Seiten, Verlag: Klartext Verlag, Auflage: 1 (vom 12. September 2014), Sprache: Deutsch, ISBN-10: 3837512878, ISBN-13: 978-3837512878, Verkaufspreis: € 24,95 (Das Buch ist über alle guten Buchhandlungen und über Amazon zu beziehen.)


 

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